Architekturtrends 2019

Es wird wieder spannend! In diesen Monaten zeichnen sich die Architekturtrends ab, die 2019 das Jahr prägen werden. Unter ihnen auch viele Trends aus dem vergangenen Jahr, die sich in den kommenden Monaten weiterentwickeln und festigen werden. Ganz hoch im Kurs liegt das Leben auf kleinem Raum, insbesondere die Container Architektur, bei der gebrauchte Seefrachtcontainer zu hochwertigen Bau- und Raummodulen umfunktioniert werden. Auch die Kombination von kühlem Sichtbeton und warmem Holz ist im Kommen. Sie schafft Harmonie zwischen natürlicher Gemütlichkeit und modernem Design. Freuen Sie sich außerdem auf Architektur in Bewegung, die mit dynamische Komponenten und Bauteilen beeindruckt. Lesen Sie hier, wie sich das Wohnen in diesem Jahr außerdem verändern wird.
Welche Trends kommen auf uns zu?

Tiny Houses

 

Tiny Living ist seit einigen Jahren der Trend schlechthin. Damit gemeint ist das Leben in selbst errichteten „Tiny-Houses” auf einem sehr engen Wohnraum von bis zu 37 m². Darauf schließen lässt sich auch durch die wörtliche Übersetzung des englischen Begriffs („winzige Häuser“). Ursprünglich kommt der Trend aus den USA und boomt dort vor allem seit Mitte der Nullerjahre. Die Minihäuser sind in der Regel komplett mit Küche, Bad, Wohn,- und Schlafraum ausgestattet.

 Entstanden ist der Trend vor allem durch die Verknappung des bezahlbaren Wohnraums in den Städten. Im Zuge dessen nahm der Wunsch nach flexiblen Wohnen und der Rückbesinnung auf das Wesentliche immer mehr zu. Auch die zunehmende finanzielle Freiheit, persönliche Unabhängigkeit und ein nachhaltigeres Leben sind für viele Menschen Grund für die Anschaffung eines winzigen Hauses. Das Besondere ist außerdem: Die meisten Tiny Houses können bei einem Wohnortwechsel einfach mitgenommen werden.


Container Architektur

Die Containerbauweise überzeugt in erster Linie durch ihre vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten. So sind Container sowohl für die Errichtung temporärer Unterkünfte, als auch für den Bau langfristiger Behausungen denkbar. Die Ausgestaltung und das Angebot der Container Architektur ist dabei in den letzten Jahren massiv angestiegen. So ist sowohl das Leben in Seecontainern aus Stahl, als auch in Systemen aus anderen Werkstoffen denkbar. Ähnlich wie die Tiny Houses schaffen sie finanzielle Unabhängigkeit und eine flexible Alternative zum herkömmlichen Wohnen. Ihre Größe bewegt sich zwischen zehn und etwa 27 Quadratmetern. Für die Container Architektur werden von verschiedenen Herstellern inzwischen Modul- und Komplettlösungen angeboten, um so einen individuellen Wohn- und Arbeitsraum gestalten zu können. Die Preise dafür bewegen sich zwischen 30.000 und 80.000 Euro. Wo und ob Wohncontainer aufgestellt werden dürfen, regeln die Landesbaugesetze und kommunalen Verordnungen des jeweiligen Bundeslandes.



Sichtbeton und Holz

Als Sichtbeton bezeichnet man Beton, der nicht verputzt oder verblendet wird und somit Teil der architektonischen oder innenarchitektonischen Gebäudegestaltung ist. Obwohl das Gestaltungselement lange Zeit als kalt, brutal und monoton galt, liegt es in der Architektur seit einiger Zeit wieder voll im Trend. Insbesondere in den vergangen zwei Jahren ist der Werkstoff wieder vollends als Gestaltungselement in der Architektur angekommen. Neben der Verwendung als Baustoff für Außenfassaden wird das Gemisch aus Beton, Zement und Wasser auch für die Gestaltung von Wänden, Treppen und Möbeln verwendet. In erster Linie sind es seine verschiedenen Wirkungsweisen, die den Baustoff so interessant machen. So kann Beton ebenso kühl und agonal wie puristisch und zart wirken. Vor allem in Kombination mit Holz wird die Kühle des Werkstoffs aufgebrochen und es entsteht eine moderne Leichtigkeit und Eleganz. Ein Pluspunkt beider Materialien ist außerdem ihre Umweltfreundlichkeit und lange Haltbarkeit. Beton als “flüssiger Stein“ kann außerdem individuell geformt und gestaltet werden.



Dynamische Architektur 

Ein weiterer Trend, der 2019 auf uns zukommt und immer geläufiger wird, ist ein Baustil, der häufig als “dynamische Architektur” beschrieben wird. Hierbei geht es um Design, das moderne und traditionelle Bauelemente miteinander verbindet und viel mit Asymmetrie, Bewegung und optischen Täuschungen arbeitet. Das Ergebnis: Spektakuläre Gebäude, die dynamisch, komplex und wenig statisch wirken. In Extremfällen kann hier sogar das gesamte Gebäude bewegt und dem Stand der Sonne angepasst werden. So wurde es beispielsweise bei David Fishers dynamischen Wolkenkratzern in Dubai umgesetzt. Aber auch die Beweglichkeit einzelner Räume, Flächen sowie von Raumteilen und Elementen können die Wirkungsweise des Gebäudes drastisch verändern. Am herkömmlichsten ist der Einsatz beweglicher Bauteile in der Architektur in erster Linie bei Türen und Fenstern. Im Zuge der Digitalisierung wird die Umsetzung solcher Projekte nun immer geläufiger. 


Offener Grundriss

Bei einem offenen Grundriss werden die wichtigsten Lebensbereiche eines Hauses, sprich Küche, Wohn- und Esszimmer zusammengefasst. Dabei gehen alle Räume fließend ineinander über und es gibt möglichst wenig eingezogene Wände. Durch große Räume und viele Fenster sorgt diese Bauweise für wesentlich mehr Helligkeit und lässt den zur Verfügung stehenden Wohnraum größer erscheinen. Dennoch gibt es auch bei dieser Bauweise einen Trend hin zum sogenannten „Broken Plan Living“. Bei diesem Trend aus den USA entsteht zwar weiterhin ein offener Wohnraum, allerdings wird dieser durch geschickt eingesetzte Elemente wie Trennwände, Stufen oder unterschiedliche Bodenbeläge in verschiedene Zonen unterteilt. So wird die Balance zwischen Privatsphäre und einem gemeinsamen, offenen Wohnen gehalten.


Passivbauweise

Hiermit gemeint sind sogenannte Passivhäuser, die aufgrund ihrer sehr guten Wärmedämmung eine zusätzliche Heizung kaum benötigen. Ein Passivhaus soll komfortabel, wirtschaftlich, energieeffizient und vor allem umweltfreundlich sein. Es verbraucht ca. 90 % weniger Heizkosten als ein Baubestand und 75 % weniger Heizkosten als ein klassischer Neubau. Bei der Passivbauweise werden schon vorhandenen Energiequellen wie die Körperwärme von Personen oder einfallendes Sonnenlicht genutzt und die Heizung des Gebäudes dadurch gravierend vereinfacht. Eine Lüftungsanlage sorgt für die Zirkulation frischer Luft ohne Zugerscheinungen. Häufig wird der übrige benötigte Haushaltsstrom über alternative Formen der Energiegewinnung, wie beispielsweise über eine Wasserkraftanlagen bezogen. Dieser Trend ist besonders im Kommen, seit sich beim Bau von Neubauten in Deutschland an die Richtlinien der Energiesparverordnung EnEV gehalten werden muss.


Energieeffizientes Wohnen

Genauso wie bei der Passivbauweise zielt auch das energieeffiziente Wohnen auf eine alternative und umweltfreundliche Bau- und Lebensweise ab. Entstanden ist dieser Trend vor allem im Zuge eines steigenden Umweltbewusstseins der Gesellschaft. Genauso wie bei den Passivhäuser wird auch bei den Effizienzhäusern darauf geachtet, die Dämmung auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Ebenso wird auf klimafreundliche Möglichkeiten der Heizungs- und Warmwasserversorgung gesetzt. So wird insbesondere mit Wärmepumpen, Solarthermie und Pelletkesseln gearbeitet. Bei Wärmepumpen zum Beispiel wird die Wärme der Umgebung, also aus der Luft, dem Wasser und der Erde in Heizwärme umgewandelt. Ein besonders energieeffizientes  Wohnen bietet das Nullenergiehaus. Hierbei handelt es sich um ein Gebäude, das über das Jahr gerechnet genauso viel Energie produziert, wie es verbraucht.

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