Der ultimative Leitfaden für den Hausbau: Alles, was Sie wissen müssen, bevor Sie 2020 Ihr Traumhaus bauen!

Der ultimative Leitfaden für den Hausbau: Alles, was Sie wissen müssen, bevor Sie 2020 Ihr Traumhaus bauen!

Alle Schritte von der Finanzierung über die Bauplanung zur Ausführung

Ein Haus bauen. Wo fange ich an, wo höre ich auf? Bauwillige stehen vor vielen Entscheidungen – und einem langen Weg zum eigenen Haus. Wo soll es hingehen? Was für ein Haus soll es werden? Wie wird das Projekt finanziert und mit wem wollen Sie zusammenarbeiten? Bevor die Planung und Umsetzung vom Eigenheim losgehen kann, stellen sich viele Fragen. Schritt für Schritt möchten wir Ihnen dabei helfen einen Überblick über die Herausforderungen und Möglichkeiten während des Hausbaus zu bekommen.

Eigentum oder Miete

Mieten oder kaufen? Familienzuwachs, ein neuer Job in einer neuen Stadt, mit dem Partner zusammenziehen – es gibt viele Gründe, die einen Umzug notwendig machen. Wenn Sie aktuell noch zur Miete wohnen, stellt sich dann die Frage: Soll es Eigentum sein oder möchten Sie weiterhin mieten? Um diese Entscheidung zu treffen spielen meist mehrere Faktoren eine Rolle, über die wir Ihnen hier eine Übersicht geben möchten.

Steigende Mieten, steigende Immobilienpreise, sinkende Bauzinsen

Steigende Mieten, sinkende Bauzinsen – für viele ein Grund in den Kauf der eigenen Immobilie zu investieren. Steigende Mietkosten verbrauchen einen großen Teil des Haushaltsbudgets – der Gedanke an einen Vermögensaufbau durch den Besitz einer Immobilie und eingesparte Mietkosten liegt nah. Dennoch sollten Sie darauf achten, dass auch die Immobilienpreise in den letzten Jahren deutlich angestiegen sind. Und auch in der Baufinanzierung investieren Sie nicht ausschließlich in Ihr Eigentum, sondern zahlen mit den Zinsen und der Tilgung Ihres Darlehens auch einen Teil Ihres Geldes an die Bank, vergleichbar mit den Mietkosten an den Vermieter. Es gibt aber auch die ganz persönlichen Faktoren, die neben der Kosten entscheidend sind, ob Sie mieten oder kaufen wollen – Lebensgefühl, Flexibilität und  Familienplanung.

Planen Sie langfristig oder möchten Sie flexibel bleiben? Sind Sie bereit einen Kredit aufzunehmen oder bleiben Sie lieber schuldenfrei? Bleiben Sie abhängig von steigenden Mietpreisen oder möchten Sie Vermögen durch Immobilienbesitz erwirtschaften?

Das sind Fragen, die für die Planung zum Immobilienbau entscheidend sind. Der Schritt zum Bau ist von individuellen Entscheidungen, Wünschen und der persönlichen Lebenssituation abhängig. Sie sind bereit Ihren Lebensmittelpunkt langfristig festzulegen und einen Kredit aufzunehmen? Dann ist der Bau eines eigenen Heims oder der Kauf einer Bestandsimmobilie eine attraktive Option. Abschließend ist natürlich der Preis entscheidend. 

FaktorMietenEigentum
UmzugFlexibilitätLangfristigkeit
FinanzierungSchuldenfreiheitKreditaufnahme
VermögenVermögensaufbau durch BesitzMietpreisabhängigkeit

Lohnen sich die eigenen vier Wände? – Finanztip.de

Preiskalkulation

Für die Preiskalkulation gilt: Miete ist nicht gleich Monatsrate. Liegen die Kalkulationen für die bisherige Mietrate so hoch wie die zu erwartenden Kreditraten für den Kauf einer Immobilie, wird das häufig zunächst positiv für den Erwerb bewertet. Das schließt jedoch noch nicht die gesamte Kostensituation ein. Berücksichtigt werden müssen auch die Nebenkosten, sowohl für den Kauf (Grundbucheintrag, Grunderwerbsteuer, Makler und Notarkosten) als auch für die Instandhaltung der Immobilie. Dabei sollten für die Kaufnebenkosten noch einmal etwa 10-15 Prozent des Kaufpreises eingeplant werden. 

Auch für die laufenden Nebenkosten bei Erwerb einer Immobilie wird empfohlen mit etwa 4 Euro pro Quadratmeter zu rechnen. Das ist etwa das doppelte der Nebenkosten, die Mieter tragen müssen. Hier müssen Strom, Telekommunikation, Reparaturen und Instandhaltungskosten einkalkuliert werden. Zum Vergleich – die Nebenkosten für Mieter lagen 2018 bei durchschnittlich 2,19 pro Quadratmeter. Natürlich können auch diese Angaben individuell variieren – sie geben jedoch einen Überblick über mögliche Durchschnittspreise, die Sie einkalkulieren sollten.

Neuer Betriebskostenspiegel für Deutschland – Mieterbund

Kaufpreis – Tipps und Tricks

Um die Entscheidung für den Kauf einer Immobilie zu treffen, ist es hilfreich den Preis des Objekts einschätzen und nach günstig oder teuer beurteilen zu können. Um das zu entscheiden gibt es eine Faustregel, nach der Kaufpreise im Verhältnis zu erwartenden Mieten eingeschätzt werden können: 

Die zu erwartende Jahresmiete für das gewünschte Objekt können sie mithilfe vergleichbarer Objekte kalkulieren (Ähnlichkeit in Wohnfläche, Alter, Ausstattung, Lage). Um den Kaufpreis für die Immobilie nun richtig einordnen zu können, teilen Sie den Kaufpreis durch die potenzielle Jahresmiete. Erhalten Sie dabei einen Wert um die 20 handelt es sich um ein verhältnismäßig günstigen Kaufpreis. Liegt das Ergebnis bei 25 können auf überhöhte Kaufpreise hinweisen.

Eigentum: Bestand oder Neubau

Auch mit der Berechnung aller Kosten kann sich die Entscheidung für die eigene Immobilie lohnen. Denn die Mietpreise steigen seit Jahren stetig an. Am größten ist der Zuwachs dabei in München. Hier werden in nach einer Untersuchung von 54.000 auf Portalen angebotenen Mietwohnungen seit 2011 über 5000 Euro mehr für die Jahresmiete verlangt. Dicht gefolgt wird München von Frankfurt, Hamburg und Berlin.

Die steigenden Mieten in deutschen Großstädten – Statista

Also, die Entscheidung für das Eigentum: Auch hier steht das Projekt vor neuen Fragen. Soll das Objekt mit Charme und Charakter überzeugen oder sind Ihnen moderne Standards, Individualität und hochwertige Ausstattung wichtiger?

Bestand

Kaufen im Bestand oder Neubau – beide Optionen bringen einige Vorteile mit sich, die je nach individuellen Wünschen entscheidend sein können. Der Kauf einer bestehenden Immobilie wirkt auf den ersten Blick häufig bequemer. Die Bauphase wird zunächst eingespart. Außerdem haben bestehende Immobilien meistens eine gute Anbindung an die umgebende Infrastruktur oder stehen manchmal sogar im Stadtkern. Sie bringen Charakter und Charme – wer Altbau und Stuck möchte, findet ihn hier! 

Doch auch, wenn der Kaufpreis hier häufig unter dem eines Neubaus liegt, sollte beachtet werden, dass in vielen Fällen nachträgliche Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen anfallen. Neue Heizung, Abwasserrohre, neue Fenster oder Türen – vor dem Kauf sollten zukünftig notwendige Investitionen genau kalkuliert werden, damit der Kaufpreis den Preis zuzüglich der Sanierungskosten immer noch im richtigen Verhältnis zum Preis eines Neubaus steht und sich lohnt.

Neubau

Sie wünschen sich Freiraum für individuelle Gestaltung, haben besondere Wünsche oder schon immer davon geträumt ihr ganz persönliches Zuhause zu entwerfen? Einfluss auf die Gestaltung und natürlich Ausstattung ist bei einem Neubau innerhalb eines vorgegebenen Rahmens möglich. Sie können Wünsche äußern, die Raumaufteilung gestalten, Fußbodenheizung einbauen und Ihren persönlichen Stil einfließen lassen. Ganz abgesehen davon können Sie in einem Neubau die Technik und Baustoffe an moderne Normen und neueste Standards anpassen und die Energieeffizienz erhöhen. So sparen Sie Heiz- und Energiekosten und vermeiden frühzeitige Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen. Zukünftige Kosten können so im Vergleich zu einer Bestandsimmobilie reduziert werden.

FaktorNeubauBestandsimmobilie
Infrastrukturhäufig RandgebieteZentrumsnähe
Gestaltungindividuelle WünscheCharakter und Charme
Ausstattungmoderne Standards und hohe Energieeffizienzpotenziell sanierungsbedürftig
Preishäufig höherer Preis während des Baus, aber sparen bei Energie- und Sanierungskostengünstiger, aber höhere Instandhaltungs- und Sanierungskosten

Neubau oder Bestandsimmobilie – Wo liegen die Vor- und Nachteile? – Profidelis

Mieten oder kaufen: Was lohnt sich mehr für Sie? – Dr. Klein

Finanzierung

Bestandsumbau oder Neubau – wir möchten Sie auf dem Weg zu Ihrer Entscheidung begleiten und im Bau unterstützen. Sie haben sich für den Neubau entschieden? Dann sind Sie jetzt am Beginn Ihres persönlichen Wegs zum eigenen Zuhause. Auch hier erwarten Sie einige Herausforderungen und Möglichkeiten, die Einfluss auf die Gestaltung Ihres neuen Zuhauses nehmen werden. 

Dazu gehört natürlich insbesondere die Frage der Finanzierung: Was erlaubt Ihr Budget? Wie groß ist Ihr Eigenkapital? Welches Darlehen können Sie aufnehmen? Die Finanzierung Ihrer Immobilie ist ein wichtiger Schritt zur Verwirklichung Ihres Projekts. Die Folgen dieser Entscheidung sind weitreichend. Deswegen erklären wir Ihnen hier, was Sie beachten sollten.

Villa oder Reihenhaus – Die Kosten für Ihr Projekt können ganz unterschiedlich aussehen, Ansprüche an das eigene Heim unterscheiden sich stark. Klar ist aber, Sie brauchen Geld. Um ein Haus finanzieren zu können, benötigen Sie entweder Eigenkapitaleigenes, Fremdkapital oder eine Kombination aus beidem. Zu dem Fremdkapital zählen dabei sowohl die mögliche Baufinanzierung als auch Förderkredite. Grundsätzlich gilt: Je mehr Eigenkapital Sie einbringen, desto besser. Denn so lässt sich die Finanzierung Ihres Projekts risikoärmer gestalten.

Eigenkapital, Darlehen, Zinsen

Je mehr Eigenkapital Sie zur Finanzierung beisteuern können, desto geringer ist das Darlehen, das Sie aufnehmen müssen. Die Untergrenze der Hausbaukosten, die sie selbst durch Eigenkapital abdecken können sollten, beträgt 15 Prozent. Empfohlen werden jedoch 20-30 Prozent Finanzierung durch Eigenkapital. Das entspricht in etwa den Nebenkosten für Grunderwerbsteuer, Maklergebühren, Notarkosten und Grundbucheintrag. 

Ein Vorteil größerer Rücklagen und mehr Eigenkapitals sind die besseren Zinsbedingungen, die Sie durch Ihren Darlehensgeber erwarten. Um deshalb herauszufinden, welches Darlehen Sie erwarten können und brauchen, und was Sie sich leisten können, sollten Sie zunächst einmal einen umfangreichen Kassensturz vornehmen und Ihr Kapital kalkulieren.

Kapital berechnen

Eigenkapital finden Sie natürlich in Anlagen, wie Aktien und Bausparverträgen. Aber nicht nur das zählt in die Berechnung dessen, was Sie beisteuern können. Einfluss auf die Zinsbedingungen haben auch bereits in Ihrem Besitz befindliche Grundstücke oder Immobilien. Auch dieser Besitz kann als Sicherheit kalkuliert werden, solange Sie alleiniger Besitzer sind, und senkt möglicherweise Ihre Zinsrückzahlungen. Zusätzlich einrechnen können Sie Ihr persönliches Potenzial: Sollten Sie einen handwerklichen Hintergrund haben und garantieren können, dass Sie Eigenleistungen im Hausbau sicher und normgemäß vornehmen können, kann sich auch das zinssenkend auswirken. Eine weitere Möglichkeit Zinsrückzahlungen zu reduzieren ist es, einen Privatkredit aufzunehmen. Sollte es beispielsweise in der Verwandtschaft möglich sein, einen Kredit auszuhandeln, fallen die Zinszahlungen hier häufig geringer aus, als bei einem Darlehen der Bank. 

Darlehensbetrag und Nettohaushaltseinkommen

Sie haben alle Kapitaleinlagen zusammengerechnet? Dann fehlt jetzt noch die Kalkulation Ihres Nettohaushaltseinkommen. Denn die Höhe Ihres Kredits ist von der Summe all der Einkünfte Ihres Haushalts abzüglich der Steuer- und Sozialabgaben abhängig. Von diesen Einnahmen werden von einer Bank normalerweise maximal 35 Prozent als monatliche Rate angesetzt und daraus Ihr Darlehen berechnet.

Baufinanzierung: verschiedene Kreditarten und staatliche Förderung

Kredit

Sie haben Ihre Rücklagen kalkuliert und ein mögliches Darlehen berechnet? Dann müssen Sie sich jetzt noch für eine Art des Darlehens entscheiden und überlegen, ob es möglich ist, für Ihr Projekt staatliche Förderungen anzufordern. 

Es gibt verschiedene Vor- und Nachteile unterschiedlicher Kreditarten. Abhängig von Ihren persönlichen Wünschen und Lebensumständen sind feste Zinsbindung oder größere Flexibilität in der Rückzahlung angemessen. 

Ein Annuitätendarlehen gibt dem Kreditnehmer große finanzielle Planungssicherheit, denn die Rate der Rückzahlungen bleibt während der festgelegten Laufzeit immer gleich hoch. Der festgelegte Zeitraum der Laufzeit nennt sich Sollzinsbindung und kann vom Kreditnehmer bestimmt werden. 

Lassen Ihre Lebensumstände Sie in nächster Zeit einen größeren finanziellen Erlös erwarten, den Sie einsetzen wollen, um einen Teil des Darlehens auszugleichen, kann sich auch variables Darlehen anbieten. Damit können Sie flexibel größere Summen ausgleichen, je nach Lebenslage. Der Nachteil ist, dass sich hier die Zinsen ändern und damit auch ansteigen können.

Hausfinanzierung – Rechner, Zinsen & Tipps – Immonet

Finanzierung beim Hausbau – alle wichtigen Informationen – Bauen.de

Staatliche Förderung

Zusätzlich zu den Darlehen der Bank können Sie sich über mögliche staatliche Kredite informieren. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) als staatliche Bank vergibt passende Förderungen für unterschiedliche Projekte, die ein angestrebtes Programm des Staates unterstützen: Dazu gehören zum Beispiel energieeffizientes Bauen oder Sanieren, aber auch der reine Immobilienerwerb wird mit bis zu 50.000 Euro unterstützt.

Der Vorteil von KfW Krediten ist die günstige Verzinsung. Zwar lässt sich mit einem KfW Kredit kein ganzer Hausbau finanzieren, es lohnt sich aber, die Förderung ergänzend zum Hauptdarlehen zu beantragen. 

Mit dem KfW-Wohneigentumsprogramm 124 wird der Kauf oder Bau von Eigenheimen oder Wohnungen zur Selbstnutzung mit bis zu 100.000 Euro gefördert. Das Darlehen wird in konstanten Monatsraten zurückgezahlt und es gibt die Möglichkeit zu tilgungsfreien Anlaufjahren. Das heißt es handelt sich um ein Annuitätendarlehen zu günstigen Zinsbedingungen (0,75 Prozent eff. Jahreszins). Gefördert werden unter anderem die Kosten Baugrundstücks, Material- und Baukosten und die anfallenden Nebenkosten.

KfW-Wohn­eigentums­programm – KfW

Auch das KfW-Programm 153 unterstützt Sie beim Kauf eines Neubaus. Die Voraussetzung für die Förderung durch dieses Programm ist, dass Sie ein den KfW Standards entsprechendes energieeffizientes Haus bauen. Je niedriger der Primärenergiebedarf ist, desto besser ist die Energieeffizienz Ihres Hauses. Gefördert werden Bau- und Baunebenkosten, Beratung, Planung und Baubegleitung ohne Grundstückskosten mit bis zu 120.000 Euro. Je besser der KfW-Effizienzhaus-Standard Ihrer Immobilie ist, desto höher ist außerdem die Möglichkeit auf einen Tilgungszuschuss von bis zu 30.000 Euro.

Energieeffizient Bauen – KfW

Wenn Sie die staatliche Förderung in Betracht ziehen und einen KfW Kredit beantragen möchten, können Sie sich dafür zum Beispiel an die Bank wenden, mit der Sie den Hauptteil der Baufinanzierung umsetzen. Ihre Partnerbank leitet Sie dann zu der Kreditanstalt durch, die Sie mit einer entsprechenden Förderung unterstützt. 

Ganz nach Wunsch – Ihr neues Haus und die passende Förderung – KfW

Der KfW-Effizienzhaus-Standard für einen Neubau – KfW

Neues Haus, neue Wohnung – so fördern wir Ihren Kauf – KfW

Wie finanziere ich ein Haus? – Dr. Klein

Lohnen sich die eigenen vier Wände? – Finanztip.de

Bauart wählen Fertighaus vs. Massivhaus, Kostenunterschiede

Es ist endlich soweit –  Sie haben Ihre Finanzierungsplanung abgeschlossen. Das Projekt kann jetzt konkret geplant werden. Ihre eigenen vier Wände sollen entstehen und Ihre Wünsche realisiert werden. Bevor es losgeht, sollten Sie sich eine Grundsatzfrage stellen: Welche Art Neubau soll es sein? Wie individuell soll gebaut werden und wie aufwendig soll die Bauphase ausfallen?

Fertighaus oder Massivhaus – diese Wahl hat einen großen Einfluss auf die Kosten Ihres Projekts und die Flexibilität Ihre Einzugs.

Fertighaus

Ein Fertighaus hat viele Vorteile. Wenn Ihnen ein zeitnahes Einzugsdatum wichtig ist und Ihr Budget begrenzt ist, bietet ein Fertighaus eine kosteneffiziente und schnelle Variante des Hausbaus. Da hier vorgefertigte Fertigteile eingesetzt werden, kann der Hausbau schnell abgeschlossen werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Bauherr selbst entscheiden kann, welche Leistungen er selbst erbringen kann und welche er in Anspruch nimmt.

Möchte Sie als Bauherr hier einen Teil Ihres Hauses in Eigenleistung gestalten und durch die sogenannte “Muskelhypothek” erbringen, ist das mit den richtigen Voraussetzungen hier gut möglich. So können Sie als geschickter Handwerker fehlendes Eigenkapital ausgleichen (und bis zu 15 Prozent der Baukosten als Eigenleistung durch die Bank anerkennen lassen). 

Verzichten Sie auf den Innenausbau durch den Bauunternehmer und entscheiden sich für ein Ausbauhaus, übernehmen Sie die Installation von Sanitäranlagen, Fliesen, Türen etc. selbst. In diesem Fall ist ein Preis von unter 50.000 Euro möglich. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass bei einem normal großen Einfamilienhaus (100-120 Quadratmeter) die Kosten 75.000 Euro erreichen. 

Eine andere Option ist die schlüsselfertige Übergabe des Fertighauses an Sie durch den Bauunternehmer. Hier werden die Einzelteile durch den Bauunternehmer montiert. Das ist die einfachste und wohl schnellste Lösung für den Hausbau – jedoch steigen die Kosten hier auf etwa 150.000 – 250.000 Euro.

Ausbauhaus – selbst anpacken – Immonet

Massivhaus/Architektenhaus

Im Gegensatz zum Fertighaus lassen sich im selbst entworfenen Massivhaus eigene Wünsche und individuelle Ausbauten umsetzen. Das Architektenhaus fordert eine detaillierte Planung, die in der Umsetzung auf der Baustelle meist Stein für Stein erfolgt. Sie sind unabhängig von den Vorgaben der Fertigteile und können Ihre Vorstellungen im Rahmen der geltenden Normen frei gestalten und umsetzen.

In dieser Variante empfiehlt es sich, eng mit einem Architekten zusammenzuarbeiten und sich professionell beraten zu lassen. Ihr Partner wird Ihr Projekt bestmöglich planen und im Austausch mit Ihnen die Entwürfe für die Umsetzung ausarbeiten. Ein Vorteil dieser Bauweise ist der gesteigerte Wert der Immobilie, der einen möglichen Wiederverkaufspreis erhöht. Ein Nachteil dieses Neubaus sind die erhöhten Kosten für die Planung und Umsetzung.

Bauphase:KostentreiberGeschätzte Kosten
GrundstückserwerbSuche, Kauf90.000 € (deutschlandweiter Durchschnittswert)
Einrichtung BaustelleErdarbeiten, Zufahrtswege10.000-15.000€
RohbauKellerbau, Bodenplatte, Wände, Innenwände, Dach500€ pro m²
InnenausbauSanitär, Ausstattung, Elektrik, Heizung, Türen, Bodenbeläge,400-800€ pro m²
AußenanlageGarage, Carpot, Terrasse, Einfahrt10.000-40.000€

Quelle: Dr. Klein 2017 

Hausbau planen: Sechs clevere Hausbau-Tipps – Dr. Klein

Grundstückserwerb

Der Faktor Grundstück: Bevor Sie anfangen können zu bauen, benötigen Sie natürlich ein Grundstück, auf dem Ihre vier Wände stehen können. Um sich für ein Grundstück zu entscheiden, sollten Sie für sich einige Fragen beantworten: Wo möchten Sie leben? In der Stadt oder auf dem Land? Wie angebunden möchten Sie sein, welche Infrastruktur wünschen Sie sich? Wie groß ist Ihr Budget und wie groß soll das Grundstück sein?

Würden Sie unabhängig von Ihrem persönlichen Wohnort gerne in der Kleinstadt, in einem Dorf oder in der Großstadt leben? – Statista

Auch für den Grundstückserwerb kommen einige Kosten auf Sie zu, die Sie beachten sollten. Denn nicht allein der Kauf des Grundstücks kostet Sie – in diesem Schritt fallen bereits Nebenkosten an, die Sie kalkulieren sollten. Die Nebenkosten für Ihr Grundstück orientieren sich immer am Kaufpreis. Wenn Sie diesen kennen, können Sie also auch die Nebenkosten berechnen. Dazu gehören die Kosten für Grunderwerbsteuer (etwa 3,5 – 6,5 Prozent des Kaufpreises, abhängig vom jeweiligen Bundesland), den Grundbucheintrag und die Notarkosten (1,5-2 Prozent des Kaufpreises). Abgesehen von den anfallenden Nebenkosten (bis etwa 15 Prozent des Kaufpreises) ist der Erwerbspreis für Ihr Grundstück oftmals abhängig vom Bodenrichtwert Ihrer Region. Der Kaufpreis orientiert sich also an der Größe aber auch Lage Ihres Grundstücks.

Einen Pauschalpreis für Grundstücke zu nennen ist auf dieser Grundlage nicht möglich, weil die Kosten stark individuell variieren. Grundsätzlich gilt, dass die Grundstücke in Metropolregionen teurer sind als in weniger großen Städten. In der Stadt zahlen Sie auch für gute Anbindungen und ein großes Angebot an Freizeitmöglichkeiten. 

Da es für unterschiedliche Regionen unterschiedliche Preise gibt (Baden-Württemberg: 800 Quadratmeter – etwa 150.000 Euro, Schleswig-Holstein: 800 Quadratmeter – etwa 90.000 Euro, Thüringen: 800 Quadratmeter – etwa 45.000 Euro) lässt sich nur schwer ein Durchschnittspreis nennen. 

Weitere Faktoren sind die Erschließung Ihres Grundstück: Ist Ihr Grund und Boden bereits an das Strom- und Wassernetz angeschlossen? Dann zahlen Sie wahrscheinlich einen höheren Preis. Ist der Erschließung jedoch noch nicht erfolgt, müssen Sie diese Kosten nachträglich tragen.

Sie sollten sich außerdem über die Altlasten und die Bodenbeschaffenheit Ihres Grundstücks informieren. Es können Kosten für die Bereinigung des Erdbodens entstehen. Ist Ihr Boden besonders schwer zugänglich fallen außerdem Kosten für die Einrichtung der Baustelle an. Dafür können Sie ein solches Grundstücks meistens günstiger erwerben.

Ob und wie Sie auf Ihrem Traumgrundstück bauen dürfen, erfahren Sie im Bebauungsplan für Ihre Region in den örtlichen Behörden oder bei der Stadtplanung.

Kosten für den Grundstückskauf: Lage und Größe sind entscheidend – Dr. Klein

Baukosten: Mit diesen Ausgaben müssen Bauherren rechnen – Bauen.de

Neubau – Construyo

Baukonzept

Baukonzept – Bauträger, Generalunternehmer, Eigenleistung

Individuell, schnell und effizient, oder lieber ganz in Eigenregie? Für die Umsetzung Ihres Bauprojekts gibt es verschiedene Möglichkeiten, die je nach persönlichen Wünschen Ihre Vorstellungen erfüllen können. Vorteile und Nachteile der Bauweisen und -planung durch Bauträger, Generalunternehmer und selber bauen können Sie hier nachlesen.

Bauträger

Grundstück, Planung, Haus – wenn Sie einfach, effizient und günstig bauen wollen, können Sie alle Schritte des Hausbaus an einen Bauträger abgeben. Ein Bauträger kümmert sich um die Auswahl des Grundstücks, die Planung des Hauses und den eigentlichen Bau. 

Entscheiden Sie sich für einen Bauträger, haben Sie meistens schon vor dem Bau eine Vorstellung davon, wie Ihr Projekt aussehen wird. Denn hier handelt es sich häufig um standardisierte Häuser. Das hat den Vorteil, dass Sie den Haustyp anhand von Musterhäusern oder in Absprache mit anderen Bauherren kennenlernen können. So sind die Kosten vorab berechenbar und relativ niedrig. Der Nachteil ist, dass individuelle Wünsche sich schwieriger umsetzen lassen und diese entsprechend zusätzlich kosten.

Ein weiterer Vorteil ist, dass der Bauherr mit dem Bauträger nur einen Vertragspartner hat. Die mögliche Vergabe der Leistungen an Handwerker, die Planung und die abschließende Übergabe des Hauses erfolgen durch den Bauträger. Er kümmert sich um alle notwendigen Arbeiten und Details. Das heißt, Sie werden planerisch entlastet und warten auf die Übergabe Ihres Heims.

Generalunternehmer

Die Vergabe des Projekts an einen Generalunternehmer bietet sich vor allem dann an, wenn man bereits ein Grundstück im Blick hat und das Haus gerne individuell gestalten möchte. Mit einem Generalunternehmer können Sie die Planung zusammen mit einem Architekten gestalten. Die einzelnen Leistungen, die dann zur Umsetzung gehören, können durch den Generalunternehmer an Handwerker und Subunternehmen vergeben werden, die sich dann um die Ausführung kümmern. Trotzdem haben Sie als Bauherr den Generalunternehmer als einzigen Vertragspartner. Auch bei diesem Baukonzept müssen Sie sich nicht um die Vergabe der einzelnen Leistungen kümmern, Sie haben einen Ansprechpartner und Ihr Partner bleibt in der Verantwortung für die Gesamtleistung. 

Einen Generalunternehmer zu beauftragen ist in der Regel etwa 10-15 Prozent teurer, als die Einzelleistungen selbst zu vergeben und sich um die Koordination zu kümmern, hat aber den Vorteil, dass Sie sich viel Aufwand sparen und trotzdem individuell bauen können.

Eigenleistung

Stolz auf die Eigenleistung und eingesparte Kosten: Das können Vorteile des Hausbaus in Eigenregie sein. Dennoch bleibt auch bei diesem Konzept einiges zu beachten. Denn der Bauherr wird hier viele Stunden Arbeit investieren und das Risiko kalkulieren müssen, Fehler zu machen, mehr Zeit zu brauchen und finanziell nachzubessern. Arbeiten an Strom, der Statik und Wasserleitungen sind für Laien nicht erlaubt.

Das Projekt, das Haus in Eigenregie zu bauen, sollte realistisch kalkuliert werden und gut überlegt, ob die Belastungen für den Bauherren tragbar sind. Außerdem sollten alle Eigenleistungen mit den engagierten Handwerkern vertraglich abgestimmt und geplant werden. Und auch Banken und Kreditgeber prüfen die Fähigkeiten und Arten der EIgenleistungen genau. Sollte das Vorhaben jedoch realistisch möglich sein, können Sie durch Eigenleistungen Geld sparen.

Baupartner finden: Architekt, Generalunternehmen oder Bauträger? – Immonet

Planung

Stil, Raumbedarf, Geld, Regeln – die Planung des eigenen Hauses ist eine Frage nach vielen Faktoren und Wünschen. Was für ein Haus stellen Sie sich vor? Klassisch und massiv oder hell und lichtdurchflutet? Stein oder Holz? Es gibt viele unterschiedliche Stile und Gestaltungsmöglichkeiten für Ihre vier Wände – Sie bauen, sie entscheiden. Dabei ist die Planung alles! Denn je besser geplant wird, desto weniger Überraschungen erwarten Sie während der Bauphase. Überlegen Sie sich also gut, was Sie möchten. Und lassen Sie sich durch Experten unterstützen. 

Faktoren und Fragen 

Natürlich ist nicht nur der Stil entscheidend – für die Planung Ihres Hauses ist es wichtig zu wissen, wie viele Räume Sie brauchen. Soll das Haus Rückzugsort für zwei sein oder Raum für eine Familie bieten? Soll es eine Doppelhaushälfte sein oder lieber frei stehen? Es gibt viele Entscheidungen zu treffen und Regeln zu beachten, während Sie Ihr Haus planen. Achten Sie darauf, ob es Vorschriften zum Baustil Ihres Heims gibt, die durch den Bebauungsplan festgelegt werden. Vielleicht gibt es Vorschriften zur Energiegewinnung – müssen Solaranlagen angebracht werden? Ist der Grund für einen Keller geeignet? Auch die Größe des Grundstücks hat natürlich einen Einfluss auf das Gebäude – weniger Quadratmeter erlauben auch weniger große Häuser. Eine Villa sollte lieber nicht auf einem 300 Quadratmeter Grundstück geplant werden.

Welches Haus passt zu mir? – Immonet

Planungsphasen mit dem Architekten 

Wenn Sie nicht mit einem Bauträger planen, sondern sich von einem Architekten unterstützen lassen, beginnt an dieser Stelle eine detaillierte Planung. Ein Bauträger nimmt Ihnen viele Entscheidungen ab, weil das Muster des Hauses meistens vorgegeben ist. Planen Sie mit einem Architekten oder Ingenieur, können Sie viele Entscheidungen selbst oder in Absprache mit Ihrem Baupartner treffen:

Sie legen gemeinsam fest, ob es einen Keller geben soll, wie groß das Haus wird, wie viele Räume es geben wird und in welcher Anordnung. Sie entscheiden, welche Form das Dach haben soll, ob es eine Terrasse geben wird, welche Baumaterialien verwendet werden sollen und wie die Haustechnik aussehen wird. Auch Kücheneinbauten, Positionen von Stromzugängen wie Schaltern und Steckdosen und Wasserzugänge werden in der Planungsphase festgelegt. 

Die Planung findet in fünf Phasen statt, durch die Sie der Architekt begleitet und während der Sie Ihre Baugenehmigung erhalten: 

Grundlagenermittlung 

Im ersten Schritt der Grundlagenermittlung lassen Sie sich von Ihrem Architekten zur grundsätzlichen Durchführbarkeit Ihrer Vorstellungen beraten. Dabei werden die voraussichtlichen Kosten und Ihr Budget einbezogen und auch rechtliche Grundlagen berücksichtigt. Außerdem sollten weitere Experten gesucht werden, die für die weiterführende Planung notwendig sind.

Vorplanung 

Erste Zeichnungen und Projektziele entstehen in der Vorplanung. Hier werden Ideen und Wünsche erstmals gestalterisch umgesetzt und Ziele festgelegt. Außerdem wird über Alternativlösungen nachgedacht, denn nicht immer ist ein Wunsch nach den Vorstellungen des Bauherren umsetzbar. Hier werden Form, Größe und Funktion der Räume in Skizzen verdeutlicht und ein Planungskonzept für das weitere Vorgehen erstellt.

Entwurfsplanung

Technische, bauphysikalische, funktionale und wirtschaftliche Aspekte werden in der Entwurfsplanung einbezogen. Das heißt: Das Planungskonzept wird konkretisiert und Fenster, Türen und Sanitäranlagen eingearbeitet. Zusätzlich werden in diesem Schritt die Leistungen weiterer fachlich beteiligter und Experten einbezogen und festgelegt, welche Baustoffe verwendet werden.

Genehmigungsplanung

Die Lösung für Ihre Bauvorstellung ist gefunden und die Entscheidung für eine Umsetzung getroffen. In dieser Phase werden alle relevanten Informationen und fachliche Leistungen in einem Entwurf ausgearbeitet, damit sie normgemäß im Bauamt eingereicht werden können.Dabei sollten auch die technischen Nachweise wie Standsicherheit und Wärmeschutz vorhanden sein – sind alle relevanten Unterlagen bereit, erhalten Sie im Anschluss an diese Phase Ihre Baugenehmigung. Auch bei der Bereitstellung der Unterlagen hilft Ihnen Ihr Partner.

Ausführungsplanung

Damit Ihr Projekt umgesetzt werden kann, werden in dieser Phase, nachdem Sie die Baugenehmigung erhalten haben, die Projektzeichnungen finalisiert und alle vorher ermittelten Ergebnisse aus technischen, bauphysikalischen und energetischen Berechnungen eingefügt. Außerdem werden detaillierte Angaben für Handwerker und Baufirmen hinzugefügt. Hier entsteht Ihre konkrete und finale Lösung nach der Ihr Projekt schließlich umgesetzt werden kann.

Um Ihren Bauantrag bei der örtlichen Behörde einreichen zu können, muss Ihr Architekt oder der zuständige Bauingenieur bauvorlageberechtigt sein. Es ist jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, wer darunter verstanden wird. Es gibt eine “Große” und eine “Kleine” Bauvorlageberechtigung. Um eine große Bauvorlageberechtigung zu haben, muss der Architekt Mitglied der Architektenkammer sein – Ingenieure sollten in der Ingenieurkammer in der Liste der bauvorlageberechtigten Ingenieure gelistet sein. Mit der großen Bauvorlageberechtigung dürfen Ingenieure alle Gebäude planen. 

Mit der kleinen Bauvorlageberechtigung dürfen Wohn-, Gewerbe- oder Landwirtschaftsgebäude von maximal 200 Quadratmetern geplant werden. In Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Berlin, hessen, Hamburg und Baden-Württemberg wird dafür ein Bauingenieurs- oder Architekturstudium benötigt mit 2-3 Jahren Berufserfahrung. Außerdem sind Handwerksmeister (Maurer, Zimmerer, Betonbauer, Bautechniker) hier zugelassen.

Bauvorlageberechtigung – Massivhaus

Bauantrag

Kostenüberblick neu ermitteln

Ist die Planung abgeschlossen, lässt sich auf dieser Grundlage gut ein erneuter Kostenüberblick ermitteln. Mit der fertiggestellten Planung und der Entscheidung für umsetzbare Lösungen können Sie die Baukosten inklusive der Baumaterialien, Grundstückskosten, Einbauten und Kosten für den Architekten kalkulieren.

Bauplanung – Bauen.de

Versicherungen

Auch ein Hausbau ist mit einigen Risiken verbunden. Um das Unterfangen so sorgenfrei, wie möglich zu gestalten, geben wir hier einige Informationen zu Versicherungen, die Sie während des Projekts unterstützen.

Bauherrenhaftpflichtversicherung

Schon vorhanden sein sollte die private Haftpflichtversicherung. Für kleinere Schäden und Baumaßnahmen ist die Versicherung häufig ausreichend (Modernisierung, Anbau). Geht es allerdings um größere Projekte, wie den Neubau, dann ist eine Bauherrenhaftpflichtversicherung zu empfehlen, die auch größere Schäden und Risiken abdeckt, denn der Bauherr ist für die Sicherheit der Helfer auf seinem Grundstück verantwortlich und verpflichtet, alle Beteiligten, die nicht der eigene Lebenspartner oder die beauftragten Firmen sind, bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft anzumelden und Versicherungsbeiträge zu zahlen.

Pflichtversicherung für private Bauvorhaben – BG Bau

Bauleistungsversicherung

Das Wetter spielt nicht immer so, wie man es sich wünscht. Und weil ein Bau häufig mehrer Monate andauern kann, muss auch der Hausbau einige Wettereinflüsse überstehen. Mit der Bauleistungsversicherung sind Schäden, die durch äußere Gewalt entstehen, abgesichert – Regen, Hagel, Sturm, Erdbeben und Hochwasser werden hier abgedeckt, genau wie menschliche Fremdeinwirkung durch Vandalismus oder Diebstahl. Nicht inklusive ist jedoch durch Blitz oder Feuer verursachter Schaden.

 Feuerrohbauversicherung

Brandstiftung, Blitzschlag, Explosion – mit dieser Versicherung sind sowohl der Rohbau als auch die Materialien und Geräte gegen Feuer und Folgekosten durch Feuer auf der Baustelle abgesichert. 

Achtung Baustelle: die fünf wichtigsten Neubau-Versicherungen – Dr. Klein

Bauherrenrechtsschutzversicherung

Auseinandersetzungen und Streitigkeiten – nicht auszuschließen auf einer Baustelle mit vielen Beteiligten. Kommt es zu Auseinandersetzungen mit Fachleuten, Firmen oder Handwerkern kommt diese Versicherung für Kosten für Anwalts- und Prozesskosten auf. 

Aufträge vergeben – bei Eigenleistung

Ist die Planung abgeschlossen und der Bauantrag eingereicht, ist jetzt an der Zeit, die Aufträge zu vergeben. Haben Sie sich gegen einen Generalunternehmer oder Bauträger entschieden und möchten einen Teil des Baus in Eigenleistung umsetzen und selbst planen, dann sind Sie in manchen Fällen auch für die Vergabe der einzelnen Leistungen an Fachleute, wie Installateure, Zimmerleute, Dachdecker und Elektriker zuständig. 

Grundsätzlich gilt: Prüfen Sie die Angebote sorgfältig und vergeben Sie Aufträge erst danach. Vergleichen Sie Angebote mehrerer Handwerker und suchen Sie ein passendes Angebot für Ihre Wünsche, Bedürfnisse und ihr Budget heraus. Um die Angebote vergleichen zu können, formulieren Sie genau, was Sie sich vorstellen und lassen Sie die angebotene Leistung auflisten.

Schriftliche Vereinbarung, verbindliche Termine, präzise Formulierung des Auftrags – als selbstständiger Planer und ohne Architekten sollten Sie sehr genau darauf achten, welche Vereinbarungen Sie schriftlich festhalten und wie Sie sich den Auftrag wünschen und formulieren. Sie können einen Handwerker zwar mündlich beauftragen, zur Sicherheit sollte der Auftrag jedoch schriftlich festgehalten werden. So können sich beide Seiten an der Vereinbarung orientieren. 

Ebenso sollten Sie verbindliche Termine für die Fertigstellung der Projekte festlegen, auch wenn die Arbeiten unkompliziert klingen. Das dient dazu, Verspätungen dokumentieren zu können und sich im Notfall als Bauherr auf Leistungsverzug berufen zu können.

Wenn Sie ohne Architekt oder leitenden Bauingenieur als leitenden Planer arbeiten, ist es ihre Aufgabe, die Planung und Koordination durchzuführen und präzise, detailliert und vollständig zu beschreiben, damit die Bauausführenden (Handwerker) Ihre Wünsche umsetzen können. 

Diese Aufgaben nehmen viel Zeit in Anspruch und können für unerfahrene Bauherren zu einer Herausforderung werden. Ein professioneller Baubetreuer kann Sie deswegen in der Koordination und Ausführung der Organisation unterstützen.

Möchten Sie die Verantwortung für diese Aufgaben nicht übernehmen oder sich bei der Planung und Koordination helfen lassen, beraten unsere Experten Sie gerne und finden einen Weg, wie Sie möglichst eigenständig planen können ohne auf Unterstützung durch Fachleute verzichten zu müssen.

Einen Handwerkerauftrag vergeben − worauf muss ich achten? – Mein Eigenheim

Bauausführung

Vom ersten Wunsch, ein Haus zu bauen, über die Planung bis zum Schritt der tatsächlichen Ausführung Ihrer Vorstellungen – Sie sind einen weiten Weg gekommen und der Realisierung Ihres Traums einen großen Schritt näher. Denn jetzt, nach Planung und Umplanung und der Entscheidungen für Ihre favorisierten Lösungen, soll Ihr Traumhaus verwirklicht werden. Damit auch diese Phase Ihres Baus stressfrei verläuft, erklären wir Ihnen einige Dinge, auf die Sie achten sollten.

Baustelle einrichten

Eine Baustelle einrichten heißt vor allem, eine Baustelle zu sichern. Dabei sind einige rechtliche Vorgaben zu beachten. Bei Wohnhäusern fasst die Baustellenverordnung (BaustellV) die rechtlichen Grundlagen und Regeln zum Arbeitsschutzgesetz, der Arbeitsstättenverordnung und der Verkehrssicherungspflicht zusammen. Alles Anforderungen dieser Verordnungen haben zur Aufgabe, die Sicherheit und Gesundheit der Arbeiter auf Ihrer Baustelle zu sichern. 

Arbeitsschutzgesetz

Beauftragen Sie als Bauherr eine Baufirma mit den Arbeiten zum Hausbau, ist diese auch dafür verantwortlich. Ist keine Baufirma beteiligt, ist der Bauherr verpflichtet dafür zu sorgen, dass die Arbeiten auf der Baustelle so gestaltet werden, dass sie keine Gefahr für die Arbeiter darstellen und keine Unfälle passieren.

Verkehrssicherungspflicht

Auch hier gilt: Gibt der Bauherr den Bau an eine Firma ab, übernimmt diese auch einen Teil der Verantwortung für die Verkehrssicherungspflicht. Trotzdem behält der Bauherr die Aufsichtspflicht über seine Baustelle. Das heißt, er haftet für Schäden, die mit dem Bau seines Hauses zusammenhängen. Es muss zum Beispiel ein Bauzaun angebracht werden und Verkehrswege gesichert werden, damit alle Beteiligten einen sicheren Zugang zur Baustelle haben und die Baustelle gegenüber Unbefugten, insbesondere Kindern, abgesichert ist.

Arbeitsstättenverordnung

Die Arbeitsstätte muss durch den Arbeitgeber so gestaltet werden, dass Flucht- und Rettungswege immer frei bleiben und Erste-Hilfe-Material vorhanden ist. Der Bauherr hat die Möglichkeit, die Verantwortung für die Sicherung dieser Maßnahmen an einen Baukoordinator abzugeben. Tut er das nicht, ist er auch bei Beteiligung von Baufirmen für die Einhaltung und Koordination der Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung verantwortlich. 

Baustellenplan 

Zu den Anforderungen gehören unter anderem auch Tagesunterkünfte für die am Bau Beteiligten. Auf der Baustelle muss je nach Anzahl der Arbeiter und Arbeitszeit für Pausenräume gesorgt werden, in denen Beteiligte sich erholen können. Um alle Anforderungen der verschiedenen Verordnungen einzuhalten und die Baustelle ordnungsgemäß einzurichten, sollte ein Baustellenplan erstellt werden, der maßstabsgetreu festhält wo sich Anschlüsse, Baufahrzeuge, Maschinen, Lagerplätze, Bauschutt, Leitungseinrichtungen, Tagesunterkünfte und sanitäre Einrichtungen, und Baustraßen befinden.

Haben Sie eine Baugenehmigung, alle notwendigen Regelungen beachtet und weitere eventuelle Sondergenehmigungen eingeholt und die Baustelle geplant, können Sie sie nun einrichten.

Einrichten

Um den Baugrund vor Beginn des Baus zu sichern und begehbar zu machen, müssen Altlasten fachgerecht entfernt werden, Anträge für Baustrom- und Bauwasseranschlüsse gestellt werden und die Zufahrtsmöglichkeiten für die Baufahrzeuge gesichert werden. Durch einen Vermessungsingenieur werden nach dem Baustellenplan dann die einzelnen Einrichtungselemente auf der Baustelle markiert. Ist das passiert, muss die Sicherheit der Baustelle gewährleistet werden. Das passiert durch die Einrichtung von Bauzäunen, Beleuchtung, Gewässer- und Baumschutz, der Sicherung von leitungen, Beachtung der Nachbarschaft, einem Schutz vor Witterungseinflüssen und Brandschutz.

Zusätzlich sollten Telefonnummer der Feuerwehr, Polizei, des Notarzt und der Versorgung von Strom, Wasser und Gas hinterlegt werden, sowie ein Schild angebracht werden, dass das Betreten der Baustelle für Unbeteiligte untersagt.

Baustelleneinrichtung: Gesetze, Pflichten, Kosten – Bauen.de

Baustelle einrichten: Leitfaden und Checkliste – Wohnnet

Bauphase

Die Baustelle ist eingerichtet, der Bauzaun aufgestellt, die Planung abgeschlossen – jetzt wird gebaut! In der Ausführungsplanung werden Ihre finalen Objektzeichnungen erstellt auf deren Grundlage Ihre ausgewählten Handwerker Ihren Hausbau realisieren. Alle vorher ermittelten Ergebnisse und Berechnungen, die Sie während der Genehmigungsplanung zusammengestellt haben, werden hier konkretisiert. Nach diesen Ausführungen sollten Ihre Pläne an die Handwerker und Beteiligten vergeben und final gebaut werden.

Auch dieser Prozess sollte gut koordiniert werden: Ein Architekt oder begleitender Bauingenieur kann Sie dabei unterstützen. Denn auch wenn alle Pläne finalisiert sind, muss die Einhaltung der Vorgaben, Normen und Regelungen, der Pläne, Berechnungen und Zeitabläufe auf der Baustelle überwacht werden. Alle in der Genehmigungsplanung erarbeiteten Bedingungen sollen jetzt eingehalten werden und die Vorgaben der Baugenehmigung beachtet werden. Außerdem müssen die Leistungsbeschreibungen korrekt ausgeführt und Kostenbudgets eingehalten werden. Hinzu kommen die in der Planung erarbeiteten Vorgaben zur Technik und Standsicherheit, die korrekt umgesetzt werden und von einem Statiker abgenommen werden müssen. Gerade aufgrund der Beachtung dieser Vorgaben und technischen Normen und Regelungen ist es hilfreich, sich durch einen professionellen Baubetreuer unterstützen und beraten zu lassen. Außerdem hilft ein Architekt Ihnen dabei, Baumängel rechtzeitig zu erkennen und noch während der Bauphase zu beheben, damit später keine größeren Schäden entstehen. Ein Architekt oder Ingenieur kann Sie durch den gesamten Prozess begleiten, die Abläufe koordinieren und die Einhaltung der Regeln sicherstellen. Mit der Unterstützung durch Experten können Sie ein wenig Verantwortung abgeben und viel Zeit sparen.

Die Dauer der Bauphase ist abhängig von den Entscheidungen, die Sie getroffen haben: Massiv- oder Fertighaus? Vorbereitetes Grundstück oder Altlasten? Ein Fertighaus lässt sich in einigen Tagen aufbauen,die Fertigstellung dauert etwa zehn bis 18 Wochen, ein Massivhaus dauert länger. Hinzu kommt der Innenausbau, der erst beginnen kann, wenn der Rohbau ausgetrocknet ist. Deswegen sollten Bauherren bei einem Massivhaus mit einem Zeitraum zwischen drei Monaten und einem Jahr rechnen, je nachdem, wie aufwändig sich der Bau gestaltet. Planen Sie außerdem in Eigenleistung zu bauen, sollten Sie einen längeren Zeitraum berechnen. 

Bauplanung: in fünf Schritten zum fertigen Haus – Bauen.de

Übergabe

Alle vertraglich festgehaltenen Leistungen wurden erbracht? Dann übergibt Ihr Baupartner das Haus an seinen Bauherren. Auch hier sollte darauf geachtet werden, ob während der Übergabe Mängel festgestellt werden können – denn diese muss der Partner nachbessern. 

Es ist wichtig in diesem Schritt alle Leistungen und die korrekte Ausführung genau zu überprüfen, denn mit der Abnahme befindet sich der Bauherr in der Verantwortung für das Projekt. Daher ist es sinnvoll einen Sachverständigen für die Bauabnahme und Hausübergabe zu engagieren, der den Prozess begleitet. Die Abnahme erfolgt in einer gemeinsamen Begehung der Baustelle, auf der alle Leistungen überprüft werden und ein Abnahmeprotokoll erstellt wird. Dabei werden mögliche Mängel beschrieben und durch Fotos dokumentiert. Treten diese auf, werden die Mängel durch den Architekten oder die Baufirma behoben, damit Sie schnell in ein sicheres Haus einziehen können.

Erst, wenn das Abnahmeprotokoll unterschrieben ist, ist ihr Haus fertig und einzugsbereit. Alle Mängel wurden beseitigt, alle Leistungen korrekt ausgeführt. Herzlichen Glückwunsch! Sie haben Ihr Traumprojekt geplant, organisiert und umgesetzt. Jetzt können Sie endlich einziehen – oder sich erst einmal einrichten. Ihr Haus steht sicher – Sie können Ihr Projekt nun nach Belieben weiter gestalten und Ihr Haus zu Ihrem Zuhause werden lassen.

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Bauplanung
Celine Moschkowitsch

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